Da gab es von Waldemar Rasche zu berichten, wie die Kinder in Westerenger früher (in den 1940er Jahren) Schlitten fuhren und rodelten. „Wenn wir früher rodeln wollten, dann brauchten wir keinen großen Abhang suchen, um diesen winterlichen Spaß zu haben. Eine dünne Schneeschicht reichte aus, um die Spenger Straße in eine wunderbare Eisbahn zu verwandeln, und Schnee gab es fast jeden Winter. Ein Auto hatte in Westerenger kaum einer und so konnten wir sorglos die Straße von Stoppkotte (Ecke Westerenger Straße, gegenüber Gärtnerei Bobbenkamp) bis zur alten Dampfmühle in Spenge fahren (Ravensbergerstr./Ecke Engerstr.). Der Rücktransport die Steigung hinauf nach Westerenger klappte oftmals sehr bequem, denn kam just ein Pferdeschlitten vorbei, hängten wir uns einfach hinten an. Ab Delius gab es eine weitere Rückfahrgelegenheit, da hier während des Krieges der Bochumer Verein untergebracht war (eine Näherei, die für die Wehrmacht produzierte). Für das Personal wurde mittags Essen von Ostheider auf Elektromobilen, wie man sie von Bahnhöfen zur Gepäckbeförderung kennt, herangefahren und auch an diese Elektrofahrzeuge hängten wir uns an und brauchten nicht laufen. Oben angekommen ging es gleich wieder runter Richtung Spenge. Gestört hat sich an der Rodelbahn und an unserem ausgelassenen Spiel kaum einer. Nur Frittken Höhling (gegenüber dem Jibi) und Erna Krudupp (neben Schlachterei Kühn) streuten immer Asche auf die Rodelbahn, was uns nicht sonderlich schreckte, stattdessen reparierten wir kurzerhand den Schaden mit ein paar Händen voll Schnee wieder.


