
Das Wachpersonal am Lachtrop passt auf, dass alles im grünen Bereich bleibt. Foto: uki
Hat viele Eicheln der September, liegt Weihnachten wieder im Dezember. (copyright Ulrike Kindermann)
Wenn der Fuchsbandwurm im Walde wimmert, hat die Bodenverbesserung sich verschlimmert. (copyright Ulrike Kindermann)
Solche Weisheiten fanden sich überraschend in einem Baum am Hof von Jochen Höner, denn dort hatten die Veranstalter alternative „Blätter“ zwischen das Laub gemogelt. Sie enthielten Gedichte, in denen Bäume vorkommen, und jeder durfte so eine kleine Sammlung mit nach Hause nehmen. Zum Glück waren die Papierblätter laminiert und gut festgebunden, denn an diesem Tag mussten sie einem kräftigen Wind trotzen. So wurden lyrische Texte von Erich Kästner, Eugen Roth, Friedrich Hoffmann, Friedrich Hölderlin, Jacques Prévert, Heinz Erhardt, Rainer Maria Rilke und Wilhelm Müller und einige Sagen aus Westfalen gut durchgeweht und aufgefrischt. Erste „Augen“ in Buchenrinden gab es schon auf dem Engeraner Friedhof zu sehen, wo die Radtour anfing. Ein Baum an der Kapelle war auch für Laien als krank zu erkennen – der sollte demnächst gefällt werden. Durch gesunde Alleen ging es weiter auf der Verlängerung der Hühnerrottstraße (Eichen) und im Wellensiek (Linden). Else Höner konnte alles über die beiden ältesten Besenkamper Schulen und den Hof ihres Sohnes erzählen, Heinz-Jürgen Uffmann hatte Geschichten über die Ex-Schule an der Friedrichstraße parat. Fotos von der Allee am Lachtropweg zeigten die noch ganz jungen Bäume – an den gealterten Buchen konnte Inge Nienhüser hier und da Spuren von Leidenszeiten sehen und erläutern. Was man sonst noch mit Bäumen macht, interessiert auch die Dichter:
Jacques Prévert
So viele Wälder... (Tant de forêts...)
So viele Wälder ausgerissen aus der Erde
und niedergemetzelt
fertiggemacht
durch die Rotationsmaschinen gedreht
So viele Wälder geopfert für den Papierteig von Milliarden Zeitungen,
die jedes Jahr die Aufmerksamkeit der Leser auf die Gefahren des Abholzens von Gehölzen und Wäldern lenken.


