Die Sonnenapotheke ist eine „Schlüsselstelle“ als Knotenpunkt, von dem aus man vieles betrachten kann; hier konnten wir lange stehen, viel sehen und viel erklären; man hat die ganze Burgstraße im Blick. Überraschung: Jochen Schmeling spielt hier Drehorgel und trägt dazu den „dicken Witten“, eine Festtagstracht (Info dazu gibt es schriftlich); Liederauswahl: 1. „Wer soll das bezahlen“ (mit Blick auf das Volksbankgebäude), 2. Lied von der „weißen Hochzeitskutsche“ (anknüpfend an Zufahrt zur Stiftskirche und an den ehemaligen Standort der Schmiede Schweppe, heute Volksbankanbau) und 3. „Wenn alle Brünnlein fließen“ (als Liebeslied passend zum „Bummel“ und Engeraner Treffpunkt; als Anspielung auf frühere Brunnen). Gerade von der Burgstraße konnte nicht nur Positives berichtet werden, denn durch diese zentrale Straße wurden im Zuge des II. Weltkrieges Zwangsarbeiter geführt, an die man sich später nicht mehr gern erinnerte. Eine privat dokumentierte Beschreibung dieser Vorgänge von Elisabeth Jahnke erzeugte auf dem „Dreieck“ zwischen Modegeschäft, Volksbank und Sonnenapotheke eine intensive Stille. Gerd Knappe bestätigte den Bericht aus seiner eigenen Erfahrung. Diesmal gab es besonders viele Beiträge von Besuchern, vor allem von Gustav Niehaus. Hilfreich waren auch wieder die Illustrationen durch Bilder aus der Brakensiek-Sammlung. Der Giebel bei Grohmann/Ihr Platz lohnt einen Blick – er wird im Alltag meist übersehen. Gustav Niehaus konnte viel über die Kanalisation der Burgstraße 1963 erzählen. Regine Bürk hatte ein Dokument über den Pflasterstreit von 1804 im Gepäck, das sich als höchst unterhaltsam erwiesen hat. Passend dazu hatte Frau Kleinemas (die übrigens eine geborene Echterbeck ist) (Wund-) Pflaster zur Heilung von Pflasterstreitigkeiten gestiftet. Danke! Nebenbei wurde auch die Herkunft des Namens „Penne“ für die Alte Schänke, Ecke Hagenstraße geklärt: Während des Kleinbahnbaus haben dort Gleisarbeiter gepennt. An der Mathildenstraße wurden Zukunftsvisionen geäußert: Der Stammtisch Barmeierplatz und einige Besucher wünschen sich einen anderen Eingangsbereich von der Burgstraße aus (früher war hier Stracks Garten, von hier aus nicht erreichbar, sondern mit Mauer und Weißdornbüschen abgeschlossen); wir hätten gern keinen Pflanzkübel, nur eine Linde; kleinen Platzcharakter schaffen vor Strack-Fachwerkfassade, mit kleinem Brunnen und Sitzgelegenheiten, um Mathildenstraße einladender zu machen; folgen oder vorausgehen müsste allerdings eine Belebung der übrigen Mathildenstraße; Funktion: fußläufige Verbindung von Burgstraße zum Rathaus. Beim abschließenden Biergespräch tauchte die Kernfrage zu den Stadtrundgängen auf: Was folgt aus ihnen? (Burkhard Wehmeyer) Wir konnten sie in gemeinsamer Diskussion noch nicht beantworten, aber Konsequenzen wären wichtig in Form von Maßnahmen zur Geschäftsbelebung – Gespräche mit Einzelhandelsspezialisten und Unternehmern und in Form weiterer Gestaltungsüberlegungen und Marketingstrategien; Hauptziel der Gänge: mehr Bewusstsein der Engeraner von den Qualitäten der Stadt und eigener Zuständigkeit fürs „Herausputzen“.


