Einstmals, so erinnerte sich ein Gast, soll der Wirt des Lokals über dem Seelborn die Quelle zum Kühlen seiner Bierfässer genutzt haben. Aus einer kleinen Erzählung von Isolde Schultz-Osterwald erfuhr man Heiteres über den legendären Wirt der ehemaligen Gastwirtschaft „Unter den Linden“, Robert Kenter. Munter und augenzwinkernd trug Cilli Hainsch selbst Erlebtes bei – aus der Zeit des Engeraner Kinos, an dessen Stelle jetzt Wohnhäuser stehen, und ihres eigenen ungewöhnlichen Ladenlokals, in dem man damals Eis und Süßigkeiten kaufen, Kaffee oder Bier trinken und schon eher als anderswo fernsehen konnte. Die Straße war einmal von alten Linden gesäumt, dann baumfrei – beweisbar mit Fotos, die Werner Brakensiek zum Rundgang beigesteuert hatte – und ist jetzt wieder stückweise eine neue Lindenallee. Es gibt einen Punkt, von dem aus man genau zwischen den Bäumen hindurch einen guten Fernblick auf die Liesbergmühle hat. Dieser Punkt soll nicht verraten werden, denn wer will, kann ihn selbst finden. Die Überraschung des Tages wird auch im Nachhinein nicht verraten; sie war musikalisch und bekam Sonderapplaus. Neben Einblicken in Geschichte und Gegenwart kamen auch Zukunftsvisionen nicht zu kurz. Für den Bereich Brücke und Gerbereiplatz konnte man einiges über Gestaltungsvorschläge erfahren, die ein Engeraner Büro ausgearbeitet hat. Auch die Besucher hatten die Gelegenheit, eigene Ideen beizusteuern. Eine lebhafte Diskussion gab es um die Ausschilderung des Weges zum Gerbereimuseum von der Werther Straße aus. Dort weist ein gut sichtbares Schild den Weg, aber das Museum selbst verrät von Süden her niemandem, dass es das Ziel der Suche ist. Hier wäre eine Aufschrift an der Wand, ein Schild oder eine Fahne hilfreich. Auch der Hasenpatt ist aus dieser Richtung schwer erkennbar. Vor der Gärtnerei Brüning steht ein hölzerner Wegweiser, der leicht übersehen wird. Er müsste entweder vor einem hellen Hintergrund oder gleich links vorn an der Ecke stehen, fanden die Rundgänger. Die meisten Teilnehmer saßen anschließend bei Echterbeck zum Durstlöschen und Diskutieren zusammen und waren bester Stimmung, nachdem sie zwei Stunden auf einem Weg zugebracht hatten, den man als durchschnittlicher Fußgänger auch in einer Viertelstunde gehen kann.


