2006
Das Seminar-Angebot des Bielefelder Historikers Heinrich Rüthing ließ sich der Stammtisch Barmeierplatz nicht zweimal machen. Stammtischmitglied Allo Aßmann organisierte gemeinsam mit dem Förderverein Widukindmuseum Enger für Februar und März 2006 eine Reihe von Abenden, an denen die Teilnehmer mit dem Professor ins Quellenstudium über Königin Mathilde und damit in längst vergangene Jahrhunderte „abtauchten“.
Fünf Mal trafen sich zwischen 20 und 50 Hobbyhistoriker im Gemeindehaus an der Engeraner Stiftskirche, um sich auf die Spuren der Königin und mehrerer Schreiber zu begeben, die Schriften mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Charakterisierungen über sie verfasst haben. Dabei ging man Fragen nach wie: „Wie entsteht ein Mythos?“ oder „Wie geht das Volk mit Helden und Heiligen um?“
Ein Seminarabend bot auch die Gelegenheit, die musikalisch unterlegte Präsentation der Fotos für den gerade entstehenden neuen Kirchenführer anzusehen. Der Urheber der Bilder und Multimediagestalter Harald Wurm, auch Mitglied des Stammtisch Barmeierplatz, zeigte die Bildershow als „Extra-Bonbon“ nach dem an diesem Abend etwas verkürzten Quellenstudium.
Die konstant hohen Teilnehmerzahlen überraschten sogar die optimistischen Veranstalter. Abschließend gestalteten Teilnehmer und Mitglieder des Stammtisch Barmeierplatz einen weiteren Abend mit unterhaltsamen Beiträgen für Heinrich Rüthing, dem bei dieser Gelegenheit unter anderem eine frisch erfundene Sage gewidmet wurde. Die Engeraner Bäckerei Strack spendierte dafür eigens hergestellte wohlschmeckende „Mathildentaler“, die reißenden Absatz fanden.
Der Herforder Stadtführer Paul-Otto Walter erläuterte bei dieser Gelegenheit mehrere Bilddarstellungen der Königin Mathilde, und der Stammtisch Barmeierplatz erläuterte den Besuchern ihre Vorstellungen von der Umgestaltung des Königin-Mathilde-Platzes im Engeraner Zentrum.
Weil der Professor kein Honorar haben wollte, konnte der Stammtisch Barmeierplatz gleich noch einen weiteren sehr guten Zweck erfüllen: Die Kirchengemeinde hatte den Saal im Gemeindehaus auch kostenlos zur Verfügung gestellt, aber um Spenden gebeten. Damit und mit dem Erlös aus dem Verkauf der essbaren „Taler“ konnte der „Topf“ für die bevorstehende Sanierung der Stiftskirche weiter aufgefüllt werden. Da sage noch einer, die Engeraner könnten nicht hervorragend zusammenarbeiten.
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Engeraner aller Altersgruppen wurden für ein paar Wochen zu Freizeitstudenten und ließen sich von Heinrich Rüthing ins spannende Quellenstudium über Mathilde führen.
Foto: Presse NW / Kindermann |



