Historisch Bedeutsames
| Der Königin-Mathilde-Platz trägt den Namen
einer der bedeutendsten Frauen des frühen Mittelalters. Mathilde wurde als Urururenkelin
des Sachsenführers Widukind 895? in Enger geboren. Im Damenstift
der benachbarten Stadt Herford, das von ihrer Großmutter
als Äbtissin geleitet wurde, erhielt sie eine standesgemäße
Ausbildung. Nach ihrer Heirat mit Heinrich, dem Erben des sächsischen Herzogtums, lebte sie mit ihm in Quedlinburg. Ihre fünf Kinder gingen Verbindungen mit dem europäischen Hochadel ein. Der jüngste Sohn wurde Erzbischof von Köln und der älteste Sohn Otto erbte die Kaiserkrone. Nach einem Zerwürfnis mit Otto kehrte Mathilde für einige Jahre nach Enger zurück. Hier gründete sie das Dionysius-Stift zur Ausbildung von Kanonikern, das Otto I. nach der Versöhnung mit seiner Mutter 948 bestätigte und mit reichen Gütern belehnte. Der reiche Schatz dieses Stiftes, dessen Reste in Berlin aufbewahrt werden, lassen eine große überregionale Bedeutung dieses Konvents erkennen. Die Königin Mathilde starb 868 in Quedlinburg. Sie war die erste Königin des ottonischen Reiches und Urmutter der Ottonen. |
![]() Eine Seite aus der Vita der Königin Mathilde, die 979, vermutlich in Nordhausen, verfasst worden ist. Hierin wird das von ihr gegründete Stift Enger genannt. |





