Angestrebte Veränderungen
| Der „Garten“ als Raum der Ruhe, der Kunst und
der Begegnung. Die drei beschriebenen zentralen öffentlichen Räume
sollten miteinander verbunden sein, sich aber dabei auch deutlich voneinander
unterscheiden. Zwei vorhandene Zugänge zwischen Barmeier- und Königin-Mathilde- Platz führen auf der Seite der Volksbank und auf der Seite der Eisdiele am „Betonloch“ vorbei. Sie sollten etwas schmaler werden, um den Raumcharakter des umbauten Platzes zu betonen. In diesem offenen Raum soll eine künstliche Gartenlandschaft entstehen, in der strenge geometrische Formen die quadratische Anlage des Platzes gegenüber dem runden Kirchplatz zu einem deutlich anderen Ort machen. |
Der Charakter des „Künstlichen“ entspräche
dabei dem tatsächlichen Zustand und der Entstehung dieses Platzes.
Dabei ließe sich aber mit vielen gestaltenden Elementen daraus ein
ruhiger, entspannender und dabei abwechslungsreicher Aufenthaltsort entwickeln. Schmale Wege, Begrünung mit pflegeleichten Gräsern, schlichte Bänke, Kunstobjekte und eine angemessene Beleuchtung wären geeignet, für Anwohner sowie Besucher einen erholsamen Stadt-Raum zu bilden (Mittags- oder Frühstückspausen, Zeitungslektüre, Erholung vom Einkaufsbummel). |
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Vielfältige Nutzung |
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Eine störende Trennung besteht in der Zufahrt zur
Tiefgarage zwischen Barmeier- und Königin-Mathilde-Platz. Sie kann
aufgehoben werden durch eine Verlegung der Zufahrt an die Bahnhofstraße
auf der Westseite des Königin-Mathilde-Platzes.
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Dort gibt es von der Bahnhofstraße aus eine Einfahrt,
die durch die Beseitigung einer niedrigen Betonmauer die Tiefgarage für
Autos erreichbar machen würde. Mit dieser relativ einfachen baulichen Maßnahme würden gute Voraussetzungen für eine einleuchtende Gestaltung des Übergangs zwischen den beiden innerstädtischen „Räumen“ geschaffen. Ein Teil des Autoverkehrs würde mit der neuen Zufahrt vom Fußgängerbereich ferngehalten. Eine Öffnung muss hier bestehen bleiben, um die Durchlüftung der Tiefgarage zu gewährleisten. Sie kann aber viel kleiner und hinter einer Bepflanzung „versteckt“ werden. Der Zugang zur Tiefgarage für Fußgänger muss in attraktiverer Form gestaltet werden. Autofahrer sollen hier weiterhin vom unterirdischen Parkplatz aus direkt ins Stadtzentrum gelangen. |
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| Eine überzeugende Stadtentwicklung fängt im Kern
an und wird von dort aus nach außen fortgesetzt. Darum sollte zuerst
der Kern eine Gestalt erhalten, an die weitere Entwicklungen anknüpfen
können. Für jede weitere Stadtentwicklung ist die Gestaltung des Königin-Mathilde-Platzes die notwendige Voraussetzung. Eine positive Ausstrahlung des Zentrums ermutigt zu weiteren Ideen und Maßnahmen für die Entwicklung einer attraktiven Innenstadt. |
Da der kahle „Schandfleck“ nicht beseitigt
werden kann, soll er also zum Ausgangspunkt positiver Veränderungen
im Stadtbild werden. Die abstoßende Hässlichkeit des Königin-Mathilde-Platzes steht in einem harten Widerspruch vor allem zu dem in seiner Form und Bebauung sehr schönen Kirchplatz. Beide liegen etwas höher als der Barmeierplatz und müssten sich als „Gegenüber“ eigentlich ergänzen. |
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| Die bestehende Zu- und Abfahrt zur Tiefgarage erfolgt über den Barmeierplatz und durch die verkehrsberuhigte Innenstadt. | Neue Zu- und Abfahrt von der Ringstraße | |||
Über der Garagenöffnung wäre damit Platz
gewonnen für einen ungewöhnlichen „Balkon“ –
eine Fläche, die vielfältig nutzbar wäre. Die Agendagruppe
„Stammtisch Barmeierplatz“ schlägt dafür eine freie
Überdachung – etwa aus Segeltuch – vor. Auf der „Balkonfläche“
könnte die benachbarte Eisdiele ihren Außenbereich ausdehnen,
solange kein anderer Bedarf besteht. ![]() Die Sichtachse vom Königin-Mathilde-Platz auf Barmeierplatz, Brunnen und Kirchturm. |
Bei Bedarf wäre mit wenigen beweglichen Wand-Elementen
ein Bühnenhintergrund herstellbar – zum Beispiel für Konzerte
auf dem Barmeierplatz. Das Gefälle zwischen den beiden Plätzen begünstigt von selbst diese Balkon- oder Bühnensituation. Andersherum könnte der flexible Bühnenhintergrund die offene Fläche auch vom Barmeierplatz abgrenzen und so kleinere, leisere Präsentationen (z.B. Puppenspiel, kleine Theaterexperimente, akustische Musik) für ein kleineres Publikum zum Garten hin ermöglichen, dessen Gestaltung bisher so gedacht ist: Der öffentliche Garten sollte trotz seiner eher geschlossen wirkenden Gestaltung immer noch eine für das Engeraner Zentrum wesentliche Sichtachse offen halten. Auch hinter dem überdachten „Balkon“ bleibt der Blick frei auf den Brunnen auf dem Barmeierplatz mit der (Mathilden-) Bügelkronenform und auf das Dach der Stiftskirche mit dem charakteristischen Glockenturm. In den geometrischen Formen des Gartens findet sich dabei auch noch eine Anlehnung an die klaren Linien alter Klostergärten. Der finanzielle Aufwand für diese Umwandlungen bestehender Bauformen wäre „übersichtlich“. Die kleinstädtische Gewohnheit vieler Menschen, sich im eigenen Garten und auf dem privaten Balkon aufzuhalten, würde sich auf diese Weise in einem charmanten und ungewohnten öffentlichen Bild widerspiegeln und neue Formen öffentlicher Kommunikation ermöglichen. |
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